Trauer will verarbeitet werden
- verflochten
- vor 24 Stunden
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Am 28.03.26 haben sich 9 Frauen zusammengefunden um über ihre Trauer zu sprechen, sie miteinander anzuschauen, voneinander zu hören wie es anderen damit geht, miteinander zu weinen, zu trösten aber auch mal zu lachen.
Viele kamen mit Skepsis und vielleicht auch Angst, wie es ihnen ergehen wird. Aber alle gingen mit viel Liebe, einem geflochtenen Herzen, neuen Erfahrungen, Impulsen und einem Licht nach Hause.
An diesem Tag haben wir der eigenen Trauer Raum gegeben, um dann im Austausch miteinander nach dem Licht zu suchen, das wir meinen in der Dunkelheit der Trauer verloren zu haben.
Nach einer Ankommrunde mit Kaffee und kleinen Kuchen gab es einen kurzen Austausch zu zweit. Anschließend gab es viel Zeit, das jede erzählen durfte um wen sie trauert und wie es ihr damit geht. Dabei wurde für die betreffende Person eine Kerze entzündet und ein Foto der verstorbenen Person dazu gelegt. Hier gab es viele Tränen, aber auch viele einfühlsame Mitmenschen, die eine Hand auf den Rücken legten, ein Taschentuch reichten oder die Kerze entzündeten. Nach jedem Beitrag wurde eine Strophe von dem Lied "Der mich atmen lässt bist du lebendiger Gott" gesungen und die Teilnehmerinnen suchten sich ihre Strophe aus.
Ein Gott der mich atmen, leben, schweigen, Mensch sein, pflanzen, reifen, glauben, lieben weinen, trösten, tanzen singen,beten, bergend hält, Freude und Leben schenken lässt...
Aber auch ein Gott der mich zweifeln lässt, mit der Frage: "wo warst du Gott?" wurde hier präsent. Alles durfte sein, denn nichts ist falsch oder richtig. Es gilt nicht zu werten wie jemand trauert, oder welche Gotteserfahrungen sie mitbringt. Die Erfahrungen sind so unterschiedlich wie wir Menschen.

Anhand einer Trauerlandkarte lernten die Teilnehmerinnen die vier Trauerphasen kennen und bekamen Zeit in der Stille ihren Platz in dieser Trauerlandschaft zu suchen. Das ist wichtig um sich selbst bestätigt zu wissen und wo ich mit meiner eigenen Trauer ungefähr stehe. Auch das ist fließend!
Und damit der Kopf wieder frei wird hat sich jede Teilenhmerin noch ein Herz aus Weide geflochten. Dieses Herz findet sicher einen besonderen Platz!
Zum Abschluß gab es einen gemeinschaftlichen Segen mit dem Lichtgebet von Helge Burggrabe.
Es war kein leichter Tag, aber ein Tag voller Mut und neuer Zuversicht, die bei manchen noch sehr zerbrechlich ist. Deshalb ist es so wichtig miteinander auf dem Weg zu sein und Erfahrungen auszutauschen.
Mit einem Licht in der Hand, einem liebevoll geflochtenem Herzen und vielen neuen Erfahrungen machten sich alle wieder auf den Heimweg, in den Alltag. Es bestand der Wunsch miteinander in Kontakt zu bleiben und sich in der Gruppe wieder zu treffen.
Ich danke allen, die den Mut hatten dabei zu sein, sich zu öffnen, die Trauer anzunehmen und mitgeholfen haben an diesem Tag, bei "Trauer will verarbeitet werden".
Das Leben kann nur gemeinsam gemeistert werden! Ich wünsche euch dabei weiterhin viel Kraft, Mut und Liebe.




