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Versöhnen mit der Endlichkeit

Aktualisiert: 24. Mai

„Über den Tod und das Leben“

(Irvin Yalom und Marilyn Yalom)


Irvin Yalom einer der angesehensten Psychotherapeuten Amerikas, feierte am 13. Juni 2021, ohne seine geliebte Marylin, seinen neunzigsten Geburtstag. Als Marilyn Yalom krank wurde, wußten sie beide, dass sie an ihrer Krankheit sterben wird.

Zitat:„Ich habe ein Buch im Kopf, das wir gemeinsam schreiben sollten. Ich möchte die schwierigen Tage und Monate, die vor uns liegen, dokumentieren. Vielleicht werden unsere Erfahrungen anderen Paaren, bei denen ein Partner an einer tödlichen Erkrankung leidet, helfen“. sagte Marilyn. Es ist ein außerordentliches Buch, über zwei Denkweisen, geworden. Ein Buch über ein Paar, dass fünfundsechzig Jahre miteinander verheiratet war. Auf eine wunderbar, authentische Art und Weise wird beschrieben wie es ihnen gelingt, bei allem Schmerz dem Ende ihres gemeinsamen Lebens entgegenzusehen. Und wie über den Tod hinaus, Irvin Yalom, der jahrelang Menschen in Krisen zur Seite gestanden hat, nun selbst die schwerste Krise seines Lebens durchleben muß. Was mir gleich aufgefallen ist, ist der Titel. Es heißt nicht: „Über das Leben und den Tod“, nein es heißt

„Über den Tod und das Leben“


Das „Leben“ steht auch im Angesicht des Todes im Vordergrund. Und das kommt in diesem Buch, auf eine berührende Art und Weise, sehr stark zum Ausdruck. Auch mit der Gewissheit meiner Endlichkeit kann ich mit Dankbarkeit auf mein bisheriges Leben schauen, mit all seinen Höhen und Tiefen die ein reiches Leben eben mit sich bringt. Wenn es mir gelingt, mich offen und ehrlich mit dem was kommt auseinanderzusetzen und nichts zu beschönigen. Denn was die Endlichkeit betrifft, gibt es nichts zu beschönigen. Wir sind endlich! Aber unsere Dankbarkeit kann einen schönen Blick auf das vergangene Leben hervorrufen und dadurch meiner Trauer Trost geben. Dazu verhilft dieses Buch!

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